Fortbildung in Schottland 2017

Im Rahmen des "Erasmus+"-Projekts der Raben-Schule in Londorf hat Englischlehrer Dirk Eller während der Sommerferien an einer 9-tägigen Fortbildung in Schottland teilnehmen können und somit einen Einblick in das dortige Schulsystem und besonders in den Englisch-Unterricht an Grundschulen (primary school) erhalten.

 

Nach einem intensiven Stadtrundgang durch den geschichtsträchtigen Fortbildungsort Dunfirmline im Osten von Schottland (Geburtsort von Andrew Carnegie, historisch bedeutsame Abbey of Dunfirmline), erhielten die Kursteilnehmer aus Polen, Spanien und Deutschland einen Einblick in die bewegte Geschichte Schottlands und deren besonderer Rivalität zu England. So verlor Schottland erst 1707 seine Unabhängigkeit und wurde Teil des Vereinigten Königreichs Großbritannien.

 

Im Mittelpunkt der Fortbildung sollte aber der Englisch-Unterricht an primary schools stehen und so trafen sich die Kursteilnehmer jeden Tag im altehrwürdigen Chambers-Room des Rathauses von Dunfirmline und arbeiteten an methodischen, didaktischen und inhaltlichen Schwerpunkten.

 

Neben wichtigen Formulierungen im Klassenraum in englischer Sprache (classroom-phrases) und der Notwendigkeit von gerade in der Grundschule korrekter Aussprache (pronounciation) standen relevante Themen im Anfangsunterricht der Fremdsprache Englisch im Mittelpunkt.

 

Die vielfältigen Möglichkeiten sinnvollen Vokabeltrainings, spielerisch und handlungsorientiert, wurden ebenso besprochen wie die Bedeutung von "songs and rhymes".

 

Jeder Tag begann mit einem "warmer", einem kleinen englischen Aufwärmspiel oder einer Aktivität, die spielerisch in den Vormittag einführen sollte. Vorgetragen und durchgeführt wurden diese "warmer" von den Kursteilnehmern, die am Ende der Fortbildung auch, jeder selbständig, eine kleine englische Präsentation eines frei zu wählenden Themas vorstellen sollten.

 

Weitere Schwerpunkte lagen auf "outdoor games" (kleine englische Bewegungsspiele im Freien), "storytelling" (kleine Geschichten, frei erzählt, auch gestisch und mimisch unterstützt) sowie Möglichkeiten, "dictation" sinnvoll einzusetzen.

 

Desweiteren ging es um "poetry" und Rollenspielen, die im Englischunterricht an Grundschulen einen bedeutenden Schwerpunkt bilden sollten.

 

Neben den pädagogischen Schwerpunkten galt es aber auch Land und Leute kennenzulernen. So erlebten die Kursteilnehmer traditionelles schottisches Essen, im besten schottischen fish and chips Restaurant in Anstruther und einen Ausflug nach St. Andrews, der ältesten Universitätsstadt Schottlands an der Ostküste. St.Andrews ist auch die Geburtsstätte des Golf-Sports, zugleich schottischer Nationalsport.

 

Als Abschluss stand ein Tagesausflug in die schottische Hauptstadt Edinburgh auf dem Programm. Neben dem Besuch des Schlosses und des Scottish National Museum, stand die Besichtigung des schottischen Parlaments auf dem Plan. Während eines 3-stündigen Stadtrundgangs besuchte man nicht nur "The elephant", ein kleines Cafe, in dem Kate Rowling Harry Potter schrieb, sondern auch die Kathedrale der Stadt und weitere historisch relevante Orte.

 

Als Fazit können die Kursteilnehmer einen reichen Schatz an sprachlichen, methodischen und kulturellen Erfahrungen ihr Eigen nennen und diese sicherlich in ihren täglichen Unterricht einbauen und diesen damit sinnvoll bereichern.

 


Bericht zur zweiten Mobilität im Rahmen des Erasmus-Projektes an der Raben-Schule

Wie bereits im Juli haben sich am 25.09.2016 eine Lehrerin (Sabine Marburger) und die Schulleiterin (Monika Holzapfel) auf den Weg nach England gemacht, um an einer Fortbildung zum Thema „Theater in der Grundschule“ teilzunehmen. Der Zielort war dieses Mal Southampton an der Südküste. Die Stadt hat eine beeindruckende Geschichte aufzuweisen. Von hier aus brachen die Pilgrims im Jahre 1620 mit der Mayflower nach Amerika auf, um der Unterdrückung aufgrund ihrer religiösen Überzeugung zu entgehen. Auch die Titanic begann ihre verhängnisvolle Jungfernfahrt in Southampton und entführte 500 Bewohner der Stadt auf eine Reise ohne Wiederkehr.

Die bekannte Autorin Jane Austen stammt aus der Old Town in Southampton. Der Eingang zu dieser Altstadt führt durch das 800 Jahre alte Bargate, das auch heute noch weithin sichtbar ist. Eine weitere Sehenswürdigkeit aus der Vergangenheit ist das Tudor House, in dem Heinrich VIII. zeitweise mit seiner Geliebten Anne Boleyn lebte.

Aber nun zurück zur Fortbildung in der Gegenwart:

Der 1. Tag begann nach der Begrüßung durch den Local Organiser mit schwerer Kost. Eine Literaturdozentin der Universität Winchester ließ uns in die abgründige Geschichte von Macbeth eintauchen. Dies war die Vorbereitung auf den Besuch des gleichnamigen Theaterstücks von William Shakespeare, das wir am 4. Fortbildungstag im London Globe Theatre erleben durften. Bei strahlend blauem Himmel saßen wir in der obersten Etage des offenen Rundbaus und hatten einen fantastischen Blick auf die Bühne.

Es war ein Erlebnis. Die Geschichte, in der es um Machtgier und die Folgen geht, hat von ihrer Aktualität nichts verloren.

Am Nachmittag des 1. Tages machte die Gruppe, die sich aus Lehrkräften aus der tschechischen Republik, Italien, Polen und Deutschland zusammensetzte, einen Rundgang durch die Old Town, die noch viel mehr zu bieten hat, als oben erwähnt.

Der 2. Tag war ein Erlebnis, das lange nachwirkte: Der Berufsschauspieler und Regisseur des Nuffield Theatre Christian Flint machte uns mit einer Vielfalt an Spielen zum Aufwärmen und zum Abbau von Schüchternheit bekannt, die vor allem bei ungeübten Schauspielern, und das sind Kinder in der Regel, zum Aufbau von Selbstvertrauen und Spaß an der Darstellung führen. Vielfach war ein Schwerpunkt der Spiele die Schulung der Reaktionsfähigkeit auf das, was Mitspieler darbieten und die Erkenntnis, dass Fantasie keine Grenzen kennt.

Am 3. Tag besuchten die Grundschullehrerinnen die St. Denys Grundschule, in der allerdings an diesem Tag keine Aktivitäten zum Theaterspielen angeboten wurden. Wir wurden eingebunden in einen normalen Schultag mit all seinen regulären Aktivitäten.

Am 4. Tag machte die Gruppe, die aus 8 Personen bestand, eine kurze Stippvisite in der englischen Hauptstadt London. Da uns neben dem Theaterbesuch nicht viel Zeit blieb, beschränkte sich das Sightseeing auf den Trafalgar Square, ein Busfahrt zum Tower,

das Überqueren der Tower Bridge und einen Spurt zum Globe Theatre. Nach der Vorstellung konnten die Fortbildungsteilnehmer London auf eigene Faust erkunden. Frau Marburger und ich fuhren mit der U-Bahn nach Westminster, um uns das Parlament, Big Ben und das London Eye p1190304

anzusehen. Auch die Ausblicke, die man von den Brücken über die Themse hat, geben Aufschluss darüber, wie sehenswert London ist. Ein Tag ist definitiv nicht genug.

Am 5. Tag der Fortbildung lernten wir weitere spielerische Möglichkeiten zur Anbahnung von Theaterspiel kennen. Im Ratespiel um Wahrheit und Lüge ging es vor allem darum, ein Poker Face zu wahren, um die Mitspieler zu verwirren. An diesem Tag wurden uns auch eine Vielzahl von Möglichkeiten vorgestellt, wie man digitale Medien einsetzen kann, um Fantasiegeschichten zu präsentieren, aber es stellte sich heraus, dass in keinem der Teilnehmerländer die notwendige mediale Ausstattung in den Schulen vorhanden ist. Aus diesem Grund können diese Methoden bisher nur im Ausnahmefall eingesetzt werden.

Am Wochenende stand des den Kursteilnehmern frei, die Region um Southampton zu erkunden. Es gab die Möglichkeit zur Isle of Wight zu fahren, Stonehenge kennenzulernen oder sich in Portsmouth aufzuhalten. Auf der Isle of Wight lebten Königin Victoria und ihr Mann Prinz Albert im Osborne House.

Der Montag der zweiten Fortbildungswoche begann mit einem Workshop bei Mark Wheeller, einem international bekannten Lehrer für das Unterrichtsfach Theater und Leiter eines Jugendtheaters. Es wurde gezeigt, wie man anhand von Improvisationen in der Gruppe Charaktere und Handlungen für ein Theaterstück entwickeln kann.

Die Krönung des daran anschließenden Abends war der Besuch des Musicals „Mamma mia“ im Mayflower Theatre in Southampton.

Am darauf folgenden Dienstag stellten die Teilnehmer/innen der Fortbildungsgruppe das Schulsystem ihres Landes sowie ihre eigenen Schulen vor. Nachmittags gab es einen Vortrag mit anschließender Diskussion mit Rhiannon Jones, Lehrerin für das Fach Theater an einer weiterführenden Schule, die am Mittwoch von Frau Marburger und einigen Gruppenmitgliedern besucht wurde. Dort konnten die Lehrer/innen Einblicke in den Theaterunterricht an dieser Schule nehmen.

Ein Studienbesuch in Winchester mit Besichtigung der Great Hall, der Kathedrale und anderen Sehenswürdigkeiten schloss sich am Donnerstag an.

Am Freitag schloss der Fortbildungskurs mit einem erneuten Workshop mit Mark Wheeller ab. Neben weiteren Improvisationen bekamen die Teilnehmer anhand von Videos Beispiele seiner Theaterarbeit erläutert. Eine abschließende Evaluation der kompletten Fortbildung fand am Freitagnachmittag statt. Am Abend verabschiedeten sich die Teilnehmer beim geselligen Zusammensein in einem Pub voneinander.

Alle Teilnehmer erhielten durch diese Fortbildung vielfältige Anregungen für die Umsetzung von Theaterarbeit in der Grundschule, die an der Raben-Schule in das geplante Theaterprojekt einfließen werden.